Leben am Limit – Hilfe , keiner bucht mich!

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Hallo liebe Follower,

da meine beiden Beiträge zur Gagen-Struktur so regen Anklang gefunden haben, möchte ich dieses Thema diesmal von einer anderen Seite aufrollen.

Was passiert wenn ich nur wenig Gage nehme oder eine viel zu hohe Gage nehme.

Du bist ein aufstrebender Künstler der seinen Marktwert auf Grund der kurzen Zeit noch nicht erkannt hat. Eventuell bist du dir auch noch nicht sicher ob das was du da machst überhaupt einen „künstlerischen“ Wert hat. Als Vincent van Gogh damals die Leinwand mit etwas Farbe eingesaut hat, hat er auch nicht geahnt das sein Bild mal Millionen wert sein wird. Der materielle Wert ist also eher gering im Vergleich zu seinem künstlerischen Schaffens-Wert. Ähnlich verhält es sich auch mit deiner Gage.

Sicher, am Anfang bist du als Newcomer davon abhängig erstmal einen Bekanntheitsgrad zu bekommen. Mit entsprechenden Erfolg steigert sich dann letztendlich auch deine Gage. Wie schnell dies passiert hängt von vielen Faktoren ab. Einige davon habe ich hier mal kurz zusammen gefasst:

1. Qualität

-wenn ich etwas hochwertiges liefere, darf ich auch einen besseren Preis verlangen. Hier ist es wichtig zu erkennen, wann meine eigene Leistung qualitativ hochwertig ist.

2. Exklusivität

-wenn ich etwas anbiete, dass in dieser Form nur ich liefern kann, bilde ich somit Alleinstellungsmerkmale und eine künstliche Verknappung, was wiederum den Marktwert ebenfalls steigert

3. Beständigkeit

-je länger ich auf dem Markt vertreten bin, desto wahrscheinlicher ist es, dass ich viel leichter neue Kunden gewinnen werde, bzw. wiederkehrende Kunden habe.

4. Qualität-Siegel

-wenn ich über Auszeichnungen, Zertifikate oder Titel verfüge, grenze ich mich dadurch weiter positiv von Mitbewerbern ab

 

All diese Faktoren beeinflussen langfristig deine Gage im Vergleich zum Markt. Und genau das ist das Zauberwort: MARKT.

Wenn du deinen Markt nicht kennst, kannst du deinen Marktwert auch nicht einschätzen.

Daher erkundige dich wie die Gagen-Struktur in deiner Region ist. Bin ich DJ und habe alleine bei mir im Ort 500 weitere Kollegen? Dann ist die Wahrscheinlichkeit bei nur 5000 Einwohner entsprechend geringer einen Auftrag zu bekommen als wenn ich in einer Millionen-Metropole lebe. In beiden Fällen muss man dich aber kennen um auch zu wissen das man dich buchen kann.

Habe ich keine hohen Ziele im Leben, komme ich mit wenigen Terminen oder einer geringeren Gage klar. Diese Einstellung ist aber auch nur ratsam wenn ich etwas anbiete was es schon 1000-fach gibt.

Warum sollte ein Auktionator ein Bild von Van Gogh für 500 ,- € verkaufen wenn es dies nur einmal gibt und der aktuelle Marktwert mehrere Millionen entspricht?

Siehst du- so ist es auch mit deiner Gage.
Je höher der kreative & künstlerische Anteil deiner Show ist, bzw je höher deine Alleinstellungsmerkmal, desto höher darf auch deine Gage im Vergleich zum Marktwert der Mitbewerber sein ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Andersherum: Biete ich mich mit einer Leistung an die qualitativ geringer oder gleichwertig ist wie die meiner Mitbewerber und nehme dafür eine Gage die über dem Marktwert liegt, aber in diesem Fall ohne glaubhafte Berechtigung, darf ich mich über mangelnde Buchungen nicht wundern.

Natürlich will der Kunde immer gerne das vermeintliche Schnäppchen machen. Er wird dir am Telefon die Ohren voll jammern wie teuer doch die Veranstaltung als solches schon ist und dass man ja schon jetzt nicht weiß, wie man das alles bezahlen soll.  Aber warum sollte er dies auf deinem Rücken austragen? Im Normalfall hat er ja dich kontaktiert. Das heißt, er hat sich im Vorfeld schon über dich informiert und sich eine Meinung gebildet. Jetzt gilt es also nur noch dieses Meinung zu bestätigen und mit einer Gage zu benennen.

Sicher wirst du, wenn du den fiktiven Preiskampf mitmachst, mehr Jobs haben als deine Kollegen, aber zu welchem Preis?
Deine Kollegen können maximal die gleiche Anzahl an Jobs pro Jahr erledigen wie du, denn euch gibt es beide nur 365 Tage im Jahr.

Wenn du also deinen Kollegen beim „Preiskampf“ unterbietest, wirst du zwar eher deinen Kalender voll haben wie er, aber die Kunden die dich dann nicht mehr bekommen können, nehmen dann eh den anderen Kollegen. Ist dieser teurer und /oder kann sich besser verkaufen, bekommt er dann halt etwas später eine Buchung. Am Ende ist aber der Kollege der finanzielle Gewinner.

Es leben etwa 80 Millionen Menschen in Deutschland. Diese feiern alle im Laufe ihres Lebens mindestens 1-2 Lebensereignisse (Geburtstage, Hochzeiten, Jubiläen etc.). Teile doch einfach mal diese 80 Millionen durch die Anzahl aller möglichen Auftritte im Laufe deiner bevorstehenden Karriere. Hinzu kommen noch: Firmen die jährlich eine Mitarbeiterfeier, eine Messe oder Produktpräsentation veranstalten sowie zahlreiche Vereinsfeiern. Die Anzahl der möglichen Jobs alleine in diesen Bereichen ist so umfangreich dass ein Preiskampf einfach nicht nötig ist, auch wenn du aktuell der Meinung bist.

Es sind also weniger die mangelnde Jobdichte das Problem, als vielmehr deine fehlende Selbsteinschätzung sowie deine persönliche Qualifikation und dein Bekanntheitsgrad. Arbeite also lieber daran, als dich unter Wert zu verkaufen. Das zusätzliche Kapital, dass du durch eine reellere Gage bekommst, kannst du dann in eben diese Punkte investieren um langfristig eine noch bessere  Gage zu bekommen.

Sei der Apfel, nicht die Birne

in diesem Sinne
weiterhin viel Erfolg

Marcus

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