Sparen am falschen Ende oder wie man gute Musiker auf einer Bühne verheizt

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Ich war heute, da ich seit langem einmal die Zeit dazu hatte. Mal wieder auf einem der zahlreichen Veranstaltungen in Dortmund zu Gast. Name der Gesamtveranstaltung „Kreuzviertel bei Nacht“.

Vorweg: Meine Rezension bezieht sich nur auf die gesehenen Darbietungen und deren Umsetzung nicht auf die vielen facettenreichen Künstler die ggf. an anderer Stelle aufgetreten sind.
Ich für meinen Teil hebe mich dazu entschlossen dem Programm auf der Bühne am Vinckeplatz zu frönen.
Das Line Up von „Dortmund Calling“, einem Dortmunder Bandwettbewerb initiiert von DSW21, ließ zumindest auf eine gute musikalische Qualität hoffen.
Anzutreffen waren auf der Bühne:
– EM:AGE
– Hannes Weyland
– Different Inside
– Third Party People
– King´s Tonic

Allesamt tolle Bands die in ihrem jeweiligen Genre richtig gute Musik machen und nicht zu Unrecht die Chance bekamen sich auf dem Vinckeplatz einem breiten Publikum zu präsentieren. Doch leider gab es einen sehr faden Beigeschmack. Dazu gleich ausführlich mehr.
Einleitend möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich seit mehr als 2 Jahrzehnten selbst auf der Bühne stehe und mich auch mit dem „Drumherum“ wie der Licht- & Tontechnik ausgiebig beschäftige. Teilweise hierbei auch einen Hang zur Perfektion entwickelt habe, der aber in meinen Augen eher förderlich als störend ist.

Ich weiß es ist nicht leicht als Musiker mit eigenen Werken heutzutage Geld zu verdienen. Die großen Plattenfirmen lassen sich nur schwer für einen Künstler begeistern. Und meist auch nur dann, wenn sich die Investition, meist in sechsstelliger Höhe, auch rentiert.

Umso unverständlicher erscheint es mir dann, wenn eine Institution sich der Förderung der lokalen Musikszene verschreibt, diese dann aber buchstäblich in einem deutlich schlechteren Licht präsentiert als sie es eigentlich verdient hätte. Angefangen damit, dass man die auftretenden Künstler mit zwei 08/15-4fach-LED-Diskolampen seitwärts ausleuchtet die lustig ein Lauflichtprogramm nach dem anderen abfeuern das mal so gar nicht die musikalische Stimmung widerspiegelt die die Protagonisten auf der Bühne versuchen dem Publikum zu vermitteln.
Was mir aber buchstäblich komplett die Hutschnur hochgehen lässt ist eine Tonanlage die werde dem Anlass noch dem Einsatz-Zweck gerecht wird. Bässe die kaum noch hörbar sind weil die dafür vorgesehenen Endstufen permanent im Clipping sind. Ein sehr guter Tontechniker der trotz seiner sehr guten Referenzen „auf“ der Bühne platziert wurde (warum auch immer, denn der Platz davor war groß genug. Und selbst wenn, im Zeitalter digitaler Mischpulte und Tablets mit APP ein absolutes No-GO) und somit nicht mal ansatzweise die Chance hatte auf eventuelle Klangverfälschungen die dem Hörer vor der Bühne entgegenschallten zu reagieren.

Das Resultat lag auf der Hand: Alles was ein Höreindruck übrig blieb war ein frequentieller Einheitsbrei im Mittenbereich. Fast jedes Lied klang akustisch dadurch gleich und da man die Protagonisten auf der Bühne weder richtig sehen (weil meist in ein falsches Licht gerückt) noch hören konnte (denn meist war die tragende Information, der Songtext nicht wirklich wahrnehmbar) hat keiner der Künstler seine „Message“ auch nur ansatzweise ans Publikum rüberbringen können wie es eigentlich gewollt war.
Es ist eine Schande wenn man gute Künstler auf die Bühne packt und diese dann nur ansatzweise mit einem Bruchteil dessen was sie eigentlich leisten können der Öffentlichkeit präsentiert. Dazu gehörten auch kleine Fauxpas wie ein nicht auf die Front geschaltetes Moderationsmikro was die Ansage der Band „Different Inside“ mal komplett am Publikum vorbei rieseln ließ. All dies hätte durch einen besser platzierten Mischpultplatz und besser gewählte Licht- & Tontechnik deutlich besser aussehen können. So blieb als Gesamteindruck nur: Wir haben es versucht aber irgendwie nicht hinbekommen.
Ich würde mir für die Zukunft wünschen, wenn die Organisatoren einfach mal mehr darauf achten wofür sie Geld ausgeben bzw. ob die bestellte Technik auch den heutigen Standards und den Anforderungen der Raumakustik entspricht. Ton muss nicht laut sein, Licht nicht zu grell, aber alles und jeder auf der Bühne sollten klar und deutlich zu sehen und zu verstehen sein.

In diesem Sinne
Marcus Seegrefe

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